Wenn KI die Arbeit macht, wer bekommt das Geld?
Diese Frage ist mindestens so wichtig wie die Frage nach den Jobs.
Zwei Zukünfte mit derselben Technologie.
KI steigert die Produktivität. Menschen arbeiten weniger, verdienen genug und haben Anteil am Fortschritt.
KI steigert die Produktivität genauso. Aber ein immer größerer Teil der Erträge landet bei denen, denen die automatisierte Infrastruktur gehört.
Beides ist vorstellbar. Nichts an der Technologie entscheidet zwischen den beiden.
Technischer Fortschritt entscheidet nicht, wie sein Nutzen verteilt wird. Das entscheiden Menschen.
Wer entscheidet?
Wem gehören die Modelle, die Rechenzentren, die Agenten?
Wer setzt den Preis, wenn die Alternative zu einem Menschen einen Bruchteil kostet?
Wer bekommt den Produktivitätsgewinn: Eigentümer, Kunden, Beschäftigte, die Allgemeinheit?
Wer hat noch Verhandlungsmacht, wenn ein Arbeitgeber nicht mehr auf Einstellungen angewiesen ist?
Das sind keine technischen Fragen. Es sind politische.
Der Anteil der Löhne ist kein Naturgesetz.
Welcher Teil des Einkommens bei der Arbeit landet, ist ein Ergebnis von Verhandlungsmacht, Institutionen und Regeln.
Automatisierung verschiebt Verhandlungsmacht. Ob sich das in den Löhnen zeigt, entscheiden Menschen: über Steuerrecht, Wettbewerbsrecht, Kollektivverträge und Eigentumsmodelle.
Vielleicht wirst du nie wegen KI gekündigt.
Vielleicht wird einfach dein Nachfolger nie eingestellt.
„Wir haben nicht nachbesetzt.“